Wiederverwendbare Bienenwachstücher statt Frischhaltefolie




Nachhaltigkeit und Müllvermeidung ist aktuell in aller Munde. Müll komplett zu vermeiden, gelingt mir bei weitem noch nicht. Aber ich befasse mich schon eine ganze Weile mit dem Thema und bemühe mich Schritt für Schritt Müll zumindest zu reduzieren. So kommen beispielsweise die dünnen Flattertüten von der Obst- und Gemüsetheke nicht mehr unser Haus. Statt dessen nutze ich selbst genähte Stoffbeutel

Auch Frischhaltefolie kommt bei mir so wenig wie möglich zum Einsatz. Schüsseln werden gewöhnlich mit einem Teller abgedeckt. Für manche Gefäße sind aber selbst Untertassen noch zu groß und ich warte immer drauf, dass irgendein Schussel - ich zähle mich durchaus dazu - sie runterfegt. Und eine Auflaufform oder gar ein Backblech deckt auch mein größter Teller nicht ab. Dafür habe ich in der Vergangenheit Frischhaltefolie genommen.


Aber auch hierfür gibt es eine umweltfreundliche Alternative - Bienenwachstücher. Diese Tücher sind wiederverwendbar und Bienenwachs besitzt sogar antibakterielle Eigenschaften. 
Mit diesen Tüchern liebäugel ich schon länger. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen fertig zu kaufen. Aber sie sind schweineteuer. 
Man kann eine Menge Geld sparen, wenn man sie selber herstellt. Selbst wenn man dafür extra Stoff kaufen muss, kommt man noch deutlich günstiger weg.
Im ARD-Buffet habe ich neulich eine Anleitung gesehen, wie die Tücher hergestellt werden. Kein Hexenwerk. Das war für mich der Anstoß, es auch mal zu probieren. 

Meine Stoffreste sind nur alle zu klein, um größere Wachstücher herzustellen. Aber wer sagt denn, dass die Tücher aus einem Stück bestehen müssen? Einfach kleinere Stoffstücke aneinander nähen. Dann je nach Wunsch alle Seiten gerade abschneiden oder für ein rundes Tuch einen Kreis ausschneiden, und schon hat man ein großes Wachstuch für kleines Geld.






Für die Bienenwachstücher braucht man:

- ein Stück gewaschenen Baumwollstoff 
- Bienenwachspellets
- neutrales Speiseöl (bei mir Rapsöl)
- Back- oder Pergamentpapier
- ein Bügeleisen
- eine leere Konservendose
- einen Kochtopf

Wachs und Öl im Verhältnis 4:1 (4 Teile Wachs, 1 Teil Öl) in eine Konservendose geben und im Wasserbad schmelzen. 
Öl wurde bei der Demonstration im Fernsehen nicht dazu gegeben. Das habe ich gegoogelt. Das Öl sorgt dafür, dass die Tücher geschmeidiger sind.
Den Stoff auf ein ausreichend großes Stück Backpapier legen und mit einem sauberen Pinsel das flüssige Wachs auftragen. Zügig arbeiten. Das Wachs wird beim Auftragen schnell wieder fest.
Eine zweite Lage Backpapier drüber legen und auf höchster Einstellung bügeln. Durch die Hitze verteilt sich das Wachs gleichmäßig und verbindet sich mit dem Stoff.

Bei der Vorführung im ARD-Buffet wurde das Wachs großzügig auf den Stoff gepinselt, auch über den Stoffrand hinaus. Genauso habe ich es nachgemacht und kann das so nicht empfehlen. Das ist entschieden zu viel des Guten. Das Wachs hat sich beim Bügeln weit über den Stoffrand hinaus ausgebreitet und ist fast unter dem Backpapier raus geflossen. Wenn es dumm läuft, versaut man sich so Bügelbrett und Bügeleisen. Oder man muss ein unnötig großes Stück Backpapier verwenden.

Es reicht vollkommen aus, das Wachs etwas sparsamer aufzutragen und gut einen Zentimeter vor dem Stoffrand zu stoppen. Wenn später Stellen nicht ausreichend bewachst sind, lieber nacharbeiten.



Große Tücher passen schlecht aufs Bügelbrett. Die bügelt man am besten auf dem Tisch. Natürlich mit entsprechender Unterlage.
Da ich sowieso gestückelt habe, habe ich beim nächsten Versuch zuerst die einzelnen, kleinen Stücke bewachst und dann zusammengenäht. Die Wachstücher lassen sich ganz wunderbar vernähen. Ich empfehle aber, danach Nadel und Nähfüßchen feucht abzuwischen. Sonst näht man sich die Wachsrückstände u. U. auf den nächsten Stoff.

Auch zum Einwickeln für Pausenbrote, Käse, Wurstreste sind die Tücher hervorragend geeignet.




Ich habe für 500 g Wachs 9,99 € bezahlt. Für ein 40 x 40 cm großes Tuch habe ich 20 g Wachs geschmolzen. Diese Menge habe ich dafür aber nicht ganz verbraucht. Das Wachs für dieses Tuch hat mich also noch nicht mal 40 Cent gekostet.

Um die Wachschicht nicht zu beschädigen, die Tücher nur feucht abwischen oder lauwarm spülen. Sie eignen sich nicht für rohes Fleisch und rohen Fisch. Was damit in Berührung kommt, muss heisser gespült werden. Bilden sich im Laufe der Zeit brüchige, schadhafte Stellen, einfach zwischen zwei Lagen Backpapier noch einmal bügeln, und sie sind wieder wie neu.

Die Tücher lassen sich durch die Wärme der Hand gut um die Schüssel formen, bleiben aber nicht, wie Frischhaltefolie, am Gefäß kleben. Man könnte sie zusätzlich mit einem Gummiband fixieren oder die Größe so wählen, dass man sie bis unter den Schüsselboden legen kann.




Verlinkt zu CreadienstagEiNaB

Kommentare:

  1. Danke für die tollen Tipps, ich habe auch den Bericht im ARD Buffet gesehen und wollte es genau so machen. Dann werde ich es zuerst auch mal mit weniger Wachs versuchen.
    LG Bärbel

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  2. Coole Idee, vielen Dank für deine ausführlichen Verbesserungstipps!
    Liebe Grüße, Tanja

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  3. Schöne Idee! Danke für die Anregung und die gute Beschreibung.
    Liebe Grüße
    Sandra

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  4. Wie gut, dass du das schon ausprobiert hast, und die Erfahrung weitergeben kannst. Vielen Dank für die ausführlich Anleitung. Seit 1 Jahr hab ich hier noch eine Wachsplatte vom Imker liegen, da ich das schon so lange ausprobieren will. Aber es braucht wie so oft immer einen "Anschubser" dazu ;-)
    Viele liebe Grüße
    Jeanne

    P.S. War schon öfter bei dir zu Besuch - dein Blog ist sehr inspirierend und einfach toll!!

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    1. Dieser letzte Anstoß hatte mir bisher auch gefehlt.
      Ich freue mich, dass es dir bei mir gefällt.
      Herzliche Grüße
      Christel

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  5. Ein Tip dazu: bei den käuflichen Tüchern wird zum Geschmeidigmachen Jojobaöl verwendet. Das ist eigentlich ein Wachs und chemisch sehr stabil. Wie ich vom Seifemachen weiß, wird Rapsöl relativ schnell ranzig, was für einen Gegenstand, den man lange benutzen will, nicht so günstig ist.

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