Think pink




Wann seid ihr das letzte Mal ausgegangen? Ich meine nicht nur ins Kino oder irgendwo auf ein Bier, sondern so richtig. Habt euch in Schale geschmissen, was Feines gegessen, getanzt bis die Schuhe qualmen. Habt vielleicht ignoriert, dass man vom Alkohol auch am nächsten Tag noch was hat und vom guten Essen unter Umständen sogar noch länger. Schon so lange her, dass ihr das gar nicht mehr wisst? Na dann wird es aber mal wieder Zeit!

Das kleine Schwarze nochmal aufbügeln und dem Kerl klar machen, dass die schön eingewohnte Jeans heute vom feinen Zwirn abgelöst wird.

Doch stopp. Mit einem schwarzen Kleid kann man sicher nichts falsch machen. Schwarz wirkt edel und festlich. Aber auch dezent und zurückhaltend. Hej, warum nicht mal mit Farbe ein Statement setzen. 

Und damit alles perfekt und harmonisch aufeinander abgestimmt ist, kriegt der Mann ein Accessoire in der Knallfarbe des Kleides verpasst, eine Fliege oder Krawatte. Doch Vorsicht, das ist nichts für Feiglinge!

In meinem ganz nahen Umfeld gibt es ein männliches Exemplar, der ist in punkto Farbe vor gar nix fies. Ich durfte ihm jetzt eine pinkfarbene Fliege nähen. Die schreit so richtig "hallo, hier bin ich". Zu ihm passt's. Der lebt das. Auch wenn ich die Fliege für einen bestimmten Anlass nähen sollte, bin ich mir sicher, er wird sie öfter ausführen.



Falls jemand die Schuhmarke entziffern kann, dann ist das hier eben Werbung.

Die Zitronenfalterin steht diesen Monat auf Farbe. Deshalb geht dieser Post zu ihr.
Außerdem zur Soulsister und zum Creadienstag

Mit Birkenstämmen skandinavisches Wohngefühl ins Haus holen





Seit ich denken kann sind Birken meine Lieblingsbäume.
Schon als Kind war ich von ihnen fasziniert. Wie sie dastanden mit ihrer auffällig hellen, oft weißen Rinde. Den zarten gezackten Blättern. Unter Hängebirken schienen an sonnigen Tagen sogar Feen zu tanzen ....

In unserem Garten gibt es keine Birke. Als wir den Garten angelegt haben, war meine Vorliebe für diese Bäume in meinem Gedächtnis leider gerade nicht abrufbar.

Als Ausgleich sind Birkenstämme als Dekoelemente bei uns eingezogen.

Dieses Loch vom Wohnzimmer zum Treppenaufgang stört mich seit wir hier wohnen, und das sind immerhin schon 21 Jahre. Was der Architekt sich bloß dabei gedacht hat! Gut, man hat so auf der Treppe auch etwas Tageslicht, aber schön ist das nicht. Besonders hässlich ist der obere Bereich mit dem vorstehenden Metall-Pinn. Was habe ich schon alles an Pflanzen und Deko aufgefahren, um diesen gestalterischen Fauxpas zu kaschieren! Auf Dauer hat mich nichts davon überzeugt.




Mein Mann, ein absoluter Deko-Legastheniker, hatte neulich die Idee, auf ich seit Jahren warte. Trotz fehlendem Sinn für dekorativen Schnick-Schnack hat er mitbekommen, dass Birkenstämme momentan voll im Trend sind. Mit ein paar schönen Stämmen ließe sich dieses hässliche Loch verschließen.

Trends sind mir persönlich ja schnurzegal. Was mir gefällt kommt ins Haus. Was mir nicht gefällt bleibt eben draußen. Trend hin, Trend her. Für mich ist wichtig, ob ich mir das in ein paar Jahren auch noch angucken mag. Bei Material aus der Natur kann ich mir das immer vorstellen. 

Eben weil Birkendeko jetzt Trend ist, gibt es Stämme überall zu kaufen. 
Auch Baumärkte bieten Birkenstämme an. Allerdings sind sie da durch die Bank offensichtlich recht lieblos behandelt worden und weisen zahlreiche Macken auf. Wir haben sie im Internet bestellt und einwandfreie Birkenstämme erhalten.

Das Loch ist jetzt kaschiert, die Metallkonstruktion der Treppe fällt nicht mehr auf. Es steht und hängt nicht mehr allerlei Klimbim da rum. Das Auge findet Ruhe. 











Verlinkt mit creadienstag

Sommerliche Clutch aus Wasserhyazinthe - Ein Ikea-Hack



Werbung ohne Auftrag





Sommer. Leichtigkeit. Lange Abende unter freiem Himmel. Cocktails schlürfen. 
Leichte Stoffe in fröhlich bunten Farben auf brauner Haut.
Biergarten. Open-Air-Kino. Haaach....

Und zur luftigen Sommergarderobe findet sich nur die dunkle, große Ledertasche. Passt so gar nicht. Nicht zur Garderobe und nicht zum Sommerfeeling. 

Was helles, freundliches musste her. Nichts buntes. Bunt sind ja schon die Kleider. Dezent und trotzdem ein Hingucker. Und bitte ohne lange Shoppingtour bei der Gluthitze. Wenn ausserdem die Haushaltskasse nicht übermäßig strapaziert würde, wäre es perfekt. 

So viele Wünsche und die gute Fee liegt gerade irgendwo faul am Strand! Musste ich also selber ran. Entstanden ist eine Clutch aus Wasserhyazinthe.

Hierfür habe habe ich zwei Platzsets vom Möbelschweden verarbeitet.
Für den Überschlag habe ich ein Tischset auf die passende Höhe zugeschnitten. Das zweite dient als Taschenkorpus. Hiervon habe ich den oberen dicken Rand abgeschnitten So ließ sich der Überschlag leichter annähen.
Beide Schnittkanten habe ich mit der Overlock versäubert, Stoß an Stoß gelegt und mit einem breiten Zick-Zack-Stich zusammen genäht.
Dann habe ich die Tasche auf die passende Breite geschnitten und die Kanten mit Korkstoff eingefasst. Die kruschtelige Naht, wo Überschlag und Tasche aufeinandertreffen, habe ich ebenfalls mit einem Streifen Korkstoff kaschiert. 




Meine Nähmaschine hat sich mit der dicken Wasserhyazinthe wacker geschlagen. Aber zwei Lagen zusammen nähen - da hätte sie gestreikt. Deshalb habe ich bei den Einfass-Streifen etwas Spiel gelassen und die Clutch auf dem Korkstoff zusammen genäht. 

Einen Knopf aufgenäht (war im zusammen genähten Zustand ein bisschen fummelig), die Verschlusslasche angenäht und feddisch.




Das und mehr bei creadienstagNähfrosch und soulsister meets friends

Tage wie im Paradies




Traumsommer. Randvoll mit warmen, sonnigen Tagen. Der Wunsch, es möge ewig so bleiben.

Solche Sommer gab es, soweit ich mich erinnere, nur in meiner Kindheit. Da hatten wir Freibadwetter, auf das man sich verlassen konnte. Den Eisverkäufer, der Tag für Tag verheißungsvoll bimmelnd die Straßen der Siedlung abfuhr. Ab und an gab es ein kräftiges Gewitter, das uns Kinder ins Haus zwang. Aber sobald es sich verzogen hatte und die Sonne wieder hervorlugte, waren wir wieder draußen.

Und jetzt haben wir ihn wieder, den Traumsommer. Wenn auch mit einem Wermutstropfen. Tagsüber möchte man sich verkriechen und die Hitze aussperren. Die Natur lechzt nach Regen. Die paar Wassersprenger, mit denen die Bauern die Felder bewässern, wirken angesichts der Trockenheit eher wie Deko. Den Gartenschlauch räume ich schon gar nicht mehr weg. So oft, wie der im Einsatz ist, lohnt sich das nicht.

Im Schatten der Bäume lässt sich die Hitze auch tagsüber ganz gut aushalten. Normalerweise kann ich im Garten ganz schlecht still sitzen. Ständig sehe ich was, was getan werden muss. Aber diesen Sommer klappt faulenzen ganz gut. Ich strecke mich im Liegestuhl aus, lasse den Blick nach oben schweifen und kann mich an dem Himmelsblau gar nicht satt sehen.





Ich genieße die langen Abende bei Kerzenschein und Lagerfeuer. Der Herbst darf sich gerne noch ganz viel Zeit lassen.
















Die Himmelsbilder schicke ich zur Zitronenfalterin, den Rest zu KarminrotGartenwonne und zum Sonntagsglück

Bonjour Tristesse - der bunte Vorgarten stirbt aus

Immer, wenn ich durch unser Wohngebiet fahre, könnte ich heulen. Alle Nase lang verschwindet ein grüner, blühender Vorgarten. Alle Pflanzen werden rausgerissen und durch triste Steine ersetzt. Im allerbesten Fall ragt vereinzelt ein Strauch aus dem monotonen Grau. Mit dem ökologischen Nutzen dieser paar in Form getrimmten Sträucher ist es nicht weit her.


Wieso zieht diese unglückselige Mode eigentlich so weite Kreise?  
Bloß möglichst wenig Arbeit und jederzeit alles tipp topp, sprich sauber und ordentlich. Aber ein Garten ist doch kein Wohnzimmer. Ein Garten ist ein Stück lebendige Natur. Wir beklagen das Insektensterben und entziehen ihnen doch immer mehr Lebensraum und Nahrungsquellen.


Gott sei Dank gibt es Städte, die dem Insektensterben entgegen wirken. Vorreiter ist Xanten. Hier müssen Vorgärten in Neubaugebieten bepflanzt werden. Nur Gehwege und Stellflächen in dürfen in vertretbaren Maßen gepflastert werden.  Auch die Weseler CDU möchte gegen die Steingärten vorgehen. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Städte nachziehen.



Ich brauche was Blühendes rund ums Haus. Gerne viel. Bei mir darf auch hier und da sogenanntes Unkraut wachsen. Meine Beete sind nicht akribisch von Blättern befreit und glatt geharkt. Dafür besuchen uns Scharen von Vögeln. Im Gebüsch wohnen Igel. Ein Eichhörnchen kommt mehrmals am Tag und schlägt sich den Bauch mit Erdnüssen voll. Wir haben richtig dicke, fette Regenwürmer und ... leider auch Schnecken. Massenhaft. Die scheinen aus den unwirtlichen Gärten alle zu uns abgewandert zu sein. 










Nacktschnecken sind nur ganz wenige dabei, aber unglaublich viele Schnecken mit Häuschen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass diese Schnecken keine nennenswerten Schäden im Garten anrichten. Kann denen das bitte mal einer sagen?! Ich habe mich gewundert, warum meine Million Bell an der Hauswand immer weniger wird. Bis ich so ein Exemplar erwischt habe, wie sie mein Blümchen abraspelt. Die Topinnambur hatten eine Zeit lang jeden Morgen mindestens ein Blatt weniger. Und das sind große Blätter. Eine Gurkenpflanze haben die Biester in nur einer Nacht komplett vernichtet. Grrrr.

Andererseits liefern die Häuschen-Schnecken schöne Deko. An Muscheln und leeren Schneckenhäusern kann ich nicht vorbei gehen. Neulich konnte ich einer Schnecke sogar beim Eier legen zusehen. Solche Erlebnisse stimmen mich dann wieder ein klitzekleines bisschen milder.

Der Post geht zu GartenwonneKarminrot