16. April 2019

Magische Momente


Heute beim Rasen mähen dachte ich, jetzt ist es so weit. Jetzt verliere ich den Verstand. Ich sehe Dinge, die es nicht gibt. Wenn ich das irgendjemandem erzähle, werde ich abgeholt und in eine Jacke gesteckt, die hinten geschlossen wird. Ein beängstigendes Gefühl. Schon leicht panisch kam mir aber dann eine Reportage in den Sinn, die ich kürzlich über Island im Fernsehen gesehen habe. 


In Island werden Straßenbauprojekte gestoppt, weil sie durch Elfengebiet führen würden.


Elfengebiet gehört geschützt. Ist sozusagen Naturschutzgebiet. Das ist kein Witz. Erwachsene, im Leben stehende Menschen treffen solche, für uns absurden Entscheidungen. 

Wenn ein ganzes Volk an diese magischen Wesen glaubt, kann das dann so abwegig sein? Gibt es am Ende doch Elfen und Wichtel oder Trolle? Sehe ich also tatsächlich, was ich glaube zu sehen? Lange Rede, kurzer Sinn, unter der Erle in unserem Garten hat sich so ein kleines Geschöpf häuslich niedergelassen. Von uns völlig unbemerkt hat es sich eine Behausung eingerichtet. Und so wie alles hergerichtet ist, scheint es länger bleiben zu wollen.



Die Haustür ist ein echtes Bollwerk. Sie hat eine recht beachtliche Dicke und ist mit einem großen Vorhängeschloss gesichert. Soweit man bei den Zwergenmaßen überhaupt von solchen Attributen sprechen kann.



Was die Besitzverhältnisse dieses Gartenstücks angeht, wurden ganz dreist Tatsachen geschaffen. Der Zaun gibt uns eindeutig zu verstehen, das hier ist jetzt meins. 




Ein paar meiner Veilchen haben auch schon den Besitzer gewechselt. Wurscht, die haben sich mittlerweile eh überall im Garten angesiedelt.





Den Winzling selbst haben wir noch nicht gesehen. Aber er scheint gerade noch draußen gewerkelt zu haben. Die Jacke hängt noch an der Tür. Ist wohl ein bisschen warm geworden.





Das Wichtelheim besteht aus Gartenabfällen und diversen Resten. In Wichtelhausen ist man sparsam und nachhaltig.

Ich schick den Zwerg zu Creadienstag

21. Februar 2019

Kochen fast ohne Strom - schont Geldbeutel und Umwelt




Kochen fast ohne Strom - geht das? Das geht! Im Kochsack. 


In schlechten Zeiten haben unsere Großmütter oder Urgroßmütter in der Kochkiste gekocht. Heizmaterial war knapp. Also wurde das Essen auf dem Herd nur angekocht und wanderte dann in eine gut isolierte Kiste. Ohne weitere Energiezufuhr garte das Essen darin fertig. Der Kochsack funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Ein Stoffsack wird mit Isoliermaterial gefüllt und mit einem isolierten Deckel zugedeckt.

Dem nachempfunden ist der heutige Slowcooker. Das Essen kocht hier zwar mit Strom, aber stromsparend bei sehr niedriger Temperatur. 

Beide Methoden - Kochkiste bzw. -sack und Slowcooker brauchen, weil wenig bzw. gar keine Hitze von außen zugeführt wird, länger. Das erfordert Planung.
Dagegen kann man die Zeit, bis das Essen fertig ist, anderweitig nutzen. Man muss nicht daneben stehen. Es brennt nichts an. Wird die Garzeit etwas überschritten, ist das meistens auch nicht tragisch.

Meinen Slowcooker habe ich bislang nur für Gulasch, Schmorbraten etc. genutzt. Das Ergebnis war immer überzeugend. Durch die lange Kochdauer werden die Gerichte aromatischer und auch die älteste Kuh wird butterweich. Angebraten wird auf dem Herd, dann in den Slowcooker umgefüllt und fertig gegart.

Aber alle Tage essen wir kein Fleisch und für simple Beilagen wie Kartoffeln, Nudeln oder gekochtes Gemüse scheint der Slowcooker nicht geeignet. Zumindest habe ich keine Rezepte oder Garzeiten gefunden.

Im Kochsack kann man Fleischgerichte, Eintöpfe und Beilagen kochen.
Das Essen wird ein paar Minuten auf dem Herd angekocht. Dann wird der Topf in den Sack gestellt, Abdeckung drauf und zubinden. Es muss nichts extra umgefüllt werden. Es hängt nichts am Strom. Man kann das Haus verlassen ohne Sorge, dass was passieren kann.


Garzeiten im Kochsack
Diese ungefähren Angaben habe ich im Internet gefunden. Ich probiere mich gerade selber noch ein bisschen durch.
  • Kartoffeln - 5 Minuten auf dem Herd, 1 Stunde im Kochsack
  • Fleisch - 20 Minuten auf dem Herd, 3-5 Stunden im Kochsack
  • Huhn - 15 Minuten auf dem Herd, 2-3 Stunden im Kochsack
  • Gemüse gart unterschiedlich - zartes Gemüse kurz, Gemüse mit fester Struktur länger. 


Kochsack kaufen und Gutes tun

*Werbung* für die Umwelt und den guten Zweck

Mit jedem Kochsack (hier heißt er Wonderbag) der hier gekauft wird, wird ein zweites Exemplar einer bedürftigen Familie oder gemeinnützigen Organisation in Südafrika kostenlos zu Verfügung gestellt. Tipps und Rezepte findet ihr auch auf der Homepage.
Genäht sind die Kochsäcke aus einer Baumwoll-Polyestermischung, gefüllt mit Schaumstoff. 


Kochsack selber nähen


Selber genäht habe ich meinen Kochsack, weil ich es einfach wissen wollte und weil ich so selbst entscheide, welches Material ich verarbeite. Hitze und reine Naturmaterialien passen für mich besser zusammen. Ich habe 100 %igen Baumwollstoff vernäht und als Isolierung Korkgranulat verwendet. Die Korkisolierung gibt kaum Wärme nach außen ab. Der Kochsack bleibt kühl.

Eine Kurzanleitung gibt es auf der Seite von ecoact e.V. 
Die dort angegebenen Maße für die mittlere Größe habe ich von vornherein schon etwas vergrößert. Trotzdem war der Kochsack für einen Topf mit 20 cm Bodendurchmesser zu klein. Ich habe dann einen noch größeren Deckel genäht. Damit komme ich jetzt zurecht.

Ich zeige euch eine ausführlichere Nähanleitung. 

Zum besseren Verständnis habe ich euch, zusätzlich zur Fotostrecke, eine Skizze mit meinen Maßen angefertigt. 



Das braucht ihr
  • 2 Stoffkreise für den Sack (Innenstoff aus 2 Hälften, in der Mitte ein Stück Naht offen lassen)
  • 2 Stoffkreise für den Deckel 
  • Schrägband zu Einfassen der großen Kreise (Durchmesser x 3,14 plus etwas Überlappung)
  • Kordel zum Zubinden (bei mir gleiche Länge wie das Einfassband) 
  • Stopper, damit das Band nicht im Tunnel verschwindet 
  • geschredderten Kork zum Füllen 
Korkgranulat kann man in unterschiedlicher Körnung kaufen. Ich habe für meine Größe etwas mehr als 10 l (das entspricht etwa 1 kg) gebraucht. 
So viel Kork selber sammeln und schreddern ist ziemlich mühselig. Das habe ich schnell aufgegeben, zumal mein 30 Jahre altes Maschinchen rumgezickt hat. Auch ist die Körnung bei gekauftem Granulat viel gleichmäßiger.

Schnittmuster anfertigen

  • Papier in entsprechender Größe zusammenkleben
  • Papier zwei mal zur Hälfte falten
  • Von der Spitze ringsum den entsprechenden Radius ausmessen und einzeichnen. 
  • ausschneiden und das Papier auseinander falten 



Außensack mit Isolierkammern nähen
  • Vom äußeren Durchmesser ringsum 3 cm für den Tunneldurchzug abmessen. 
  • Den Mittelpunkt markieren.
  • Einen inneren Kreis mit ca. 20 cm Durchmesser einzeichnen.
  • Den Stoffkreis in 12 Segmente teilen und einzeichnen.
  • In den Außenstoff 2 Knopflöcher für das Durchzugsband nähen.



  • Beide Kreise links auf links zusammenlegen und auf äußeren Linie zusammennähen
  • Die einzelnen Segmente zwischen innerem Kreis und äußerer Naht nähen (das Stück zwischen den Stecknadeln)



  • Den äußeren Rand mit Schrägband einfassen



    • Die 12 Segmente ca. zwei Drittel mit Kork füllen. Es muss etwas Luft bleiben, damit sich der Kochsack um den Topf schmiegt.
    • Den Kork nach unten schütteln und mit Stecknadeln oder einem Heftfaden "einsperren".
    • Dann den inneren Kreis nähen. Hier wurde es friggelig. Ich kam mit dem Nähfuß nicht an der Korkfüllung vorbei. Nadel raus und Nähfußhalter abgeschraubt - dann ging's.


    • Den Innenkreis mit Kork füllen. 
    • Die offene Naht mit einer Handnaht schließen.
    • Zum Schluss Kordel oder Band durch den Tunnel ziehen und Stopper anbringen. 




    Deckel nähen

    • Die beiden kleineren Stoffkreise rechts auf rechts zusammen nähen. An eine Wendeöffnung denken!
    • Die Nahtzugabe zurückschneiden. (An der Wendeöffnung die Nahtzugabe stehen lassen, sonst wird das Zunähen eine Herausforderung)
    • Den Stoff wenden


    • Korkgranulat einfüllen. Auch der Deckel muss sich anschmiegen und darf nicht ganz voll sein. Ich habe ihn gut zur Hälfte gefüllt.
    • Die Wendeöffnung schließen - Handnaht oder knappkantig mit der Nähmaschine




    Um den Stoff zu schützen, lege ich einen Korkuntersetzer unter den Topf. Das isoliert außerdem noch zusätzlich.






    Noch Fragen, Ängste, Nöte? Schreibt mir!


    Ich verlinke zu Nähfrosch ,  EiNaB,  Soulsister undCreadienstag

    15. Februar 2019

    Der Eingangsbereich ist die Visitenkarte des Hauses




    Es klingelt, ich öffne die Tür. Vor mir steht der Postbote. Das "Guten Tag" bleibt ihm im Hals stecken. Sein Blick wandert durch unseren Flur. Vor und zurück, nach rechts und links. Es ist aufgeräumt. Es blinkt und glänzt. In seinem Gesicht lese ich Bewunderung. Er ist so hingerissen, dass er fast vergisst, mir die Post zu geben. 
                                 

    Der Wecker klingelt. Ich quäle mich aus dem Bett. Beim Zeitung holen stolpere ich im Flur über Schuhe, die außerhalb ihrer zugedachten Behausung stehen. Verdammichnochmal! Hier war doch eben noch aufgeräumt! Mist, war nur ein Traum. Zwei Schritte weiter steht noch ein Paar und da noch eins. Wir haben Übernachtungsgäste. Die sind aber nicht die alleinigen Übeltäter. Wenigstens fein säuberlich nebeneinander wäre schön. Oder haben Schuhe Lieblingsplätze? Pakete, die bei uns abgegeben und noch nicht vom rechtmäßigen Besitzer abgeholt wurden, haben sich dazu gesellt. 

    Seit kurzem überstrahlt unser Alltagschaos ein Tulpengemälde. 
    Wo vorher ein Massenbild vom Möbelschweden hing, ziert die Wand jetzt ein echtes Künstler-Unikat. In unserem Miniflur ein Hingucker. Lenkt vielleicht den Blick von eventueller Unordnung ein bisschen ab.
    Der Künstler gehört inzwischen zur Familie. Wir müssen nur mal beiläufig erwähnen, was wir schön finden und zack - wird das fertige Bild präsentiert. Hammer, oder? 

    Meine obligatorischen Frühlingstulpen sind diese Woche gelb. Ein paar Stiele aus dem Strauß habe ich abgezweigt und damit die Tulpen aus dem Bild wandern lassen. Einfacher gesagt, ich habe halt einen Blumenstrauß vors Bild gestellt. 

    Wenn euer Adlerauge Münzen in der Vase entdeckt - das ist nicht unsere eiserne Reserve. Kupfermünzen im Wasser halten die Blumen länger frisch. Bei Tulpen funktioniert das nach meiner Erfahrung tatsächlich. 







    Ich weiß, die Wischtechnik der Wand ist sowas von out. Aber die Wände sind noch zu sauber und mein Leidensdruck noch nicht groß genug, dass ich den Pinsel schwingen möchte.


    Die Blumen schicke ich zu Holunderblütchen

    12. Februar 2019

    12 von 12 im Februar


     Frau Kännchen sammelt, wie immer am 12., blogauf, blogab 12 Bilder aus dem Alltag. Dann mal los.

    Morgenroutinen sind ja was Tolles. Mit verinnerlichten Routinen fängt der Tag viel entspannter an. Gilt Kaffee trinken als Morgenroutine?




    Gibt es einen Haushalt ohne diese Gläschen? Ich muss 30 Desserts ansprechend herrichten und schnorre mir gerade Schraubgläser zusammen. Die überflüssige Schrift geht mit einem Topfschrubber ganz leicht ab.




    Entspannt einkaufen? Wissen wo das Essen herkommt? Hier. Hofladen, Hofcafe, samstägliches Suppe essen, Schafschur, Konzerte - all das kann man hier erleben. Upps, war das jetzt Werbung?






    Ich muss einen großen Stoffkreis zuschneiden. Der Platz auf dem Tisch reicht nicht. Also ab auf den Boden. Isch hab Rücken. Hoffentlich komme ich wieder hoch.




    Kaffee, meine Allzweckwaffe. Am Näh- und Basteltisch immer ein bisschen gefährlich. Heute ist es gut gegangen. Ich habe mir nicht die Tasse mit dem Korkgranulat an den Hals gesetzt und auch nicht versucht, mit der vollen Kaffeetasse Kork aus dem Sack zu schöpfen.




    Und täglich grüßt das Murmeltier. Der Hasenkäfig muss sauber gemacht werden. Der Chef liegt aber gerade so entspannt. Ich bin gnädig und verschiebe es auf später. Aber Leute, wenn ich wieder komme ist hier wenigstens aufgeräumt! Hier sieht es ja wieder aus wie bei Hempels!




    Den ganzen Nachmittag hat sich die Sonne gezeigt. Es war auch gar nicht kalt. Ich konnte schon den Frühling riechen und hätte am liebsten gleich im Garten losgelegt. 




    Ein federleichtes Filzutensilo mit schwerem Gerät aufgehängt. Ging nicht anders. Der Mann ist krank zu Hause. Aber nicht krank genug, um mir hier fast das Zepter aus der Hand zu nehmen. 





    Ich muss eine Mail schreiben, die ein bisschen diplomatisches Fingerspitzengefühl erfordert. Ich und Diplomatie! Fast muss ich selbst lachen.




    Zum Abendessen gibt es was Bodenständiges - Grünkohl mit Mettwurst.




    Schluss für heute. Gute Nacht zusammen.

    1. Februar 2019

    Shakshuka auf meine Art




    Damit ein Rezept auf jeden Fall den Weg in meine Küche schafft, muss es entweder so schnell und unkompliziert sein, dass das Essen ratzfatz auf dem Tisch steht oder gut vorbereitet werden können.

    Die israelische Küche hat ein ganz wunderbar schnelles, einfaches Gericht im Repertoire - Shakshuka. Was wie "Hatschiii" klingt, sind gestockte Eier in Tomatensoße und wird dort hauptsächlich zum Frühstück gegessen. 
    Zuerst wird die Tomatensoße gekocht, dann mit einem Löffel Mulden in der Soße geformt und in jede Mulde ein Ei gesetzt. Das lässt man wie Spiegeleier stocken. Dazu gibt es Brot.

    Frühstück und warmes Essen - so wach ist mein Magen morgens noch nicht, dass das zusammen geht. Um aus dem Rezept ein gehaltvolleres Mittag- oder Abendessen zu kochen, habe ich noch Blattspinat und Feta dazu gegeben.

    Hier meine Variante von Shakshuka:

    • etwas Öl
    • 1 - 2 Zwiebeln
    • 1 Knoblauchzehe
    • 1 Esslöffel Tomatenmark
    • 2 kleine Dosen stückige Tomaten
    • Salz, Pfeffer
    • Paprikapulver
    • Chilipulver oder Cayennepfeffer
    • einen halben Teelöffel Zucker
    • Spinat (bei mir kam er aus dem Tiefkühler)
    • 1 Packung Feta
    • Eier je nach Hunger

    Gekocht wird Shakshuka in einer offenen Pfanne.

    • Die Zwiebeln in Öl anschwitzen. 
    • Knoblauch und Tomatenmark dazu geben und kurz  mitdünsten.
    • Tomaten und Gewürze dazu und das Ganze ohne Deckel etwas einkochen lassen. Rühren, sonst spritzt es.
    • Spinat mit in die Pfanne geben und einen Augenblick köcheln lassen. Der Spinat braucht nicht lange. 
    • Dann den Feta unterrühren.
    • Mit dem Kochlöffel Mulden formen und je ein aufgeschlagenes hinein setzen. Am besten nicht alle Mulden auf einmal formen, sondern alle hübsch nacheinander und sofort ein Ei rein setzen. Sonst zerfließt die Soße wieder schnell zu einer einheitlichen Fläche.
    • Deckel auf die Pfanne und die Eier bei geringer Hitze stocken lassen.













    Um dem trüben Wetter die Stirn zu bieten, ziert unseren Esstisch ein pastelliger Frühlingsstrauß. Rosa ist nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe. Aber in Verbindung mit den dunklen Ranunkeln geht's dann wieder. Obwohl Schnee liegt habe ich Beiwerk im Garten gefunden. Die Schwimmblätter in der Schale sind Blätter einer Glockenblume.








    Verlinkt zu Holunderblütchen und Soulsister