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12. März 2024

Nähen für die Kleinsten




Für Kinder zu nähen finde ich ein bisschen relaxter, als wenn ich für mich oder meine Töchter nähe.
Kleidung für Minis muss nicht passgenau auf den Leib geschneidert werden. Im Gegenteil, ein bisschen Spielraum, damit die Zwerge noch reinwachsen können und die Sachen möglichst lange getragen werden, ist ja sogar erwünscht. Zeitraubende Anpassungen fallen also weg. 

15. Juni 2021

Auf Schusters Rappen - ein Erste-Hilfe-Täschchen nähen


Seit der Pandemie wird spazieren gegangen oder gewandert, je nach Ausdauer, als wären den Leuten jetzt erst Füße gewachsen. Ich laufe schon immer gerne durch die Natur. 

20. Oktober 2020

Puppenhaus renovieren - Teil 1


Kürzlich habe ich gründlich ausgemistet und den größten Teil des Spielzeugs, das seit vielen Jahren nur noch den Keller vollstellt, verkauft. Beim Puppenhaus - drei Etagen plus Dachgeschoss - habe ich gezögert. Natürlich auch ein Platzfresser, aber das weg zu geben habe ich einfach nicht fertig gebracht.



Das Puppenhaus darf bleiben und wird Stück für Stück renoviert.


Mit der hässlichsten und wahrscheinlich auch aufwändigsten Etage habe ich angefangen. Dann ist das schon mal von der Backe.

25. August 2020

Nähhelfer aus Stoffresten

Wo gehobelt wird, fallen Späne und wo genäht wird, bleiben Stoffreste. Viel zu schade zum wegschmeißen. 
Auch Reste, die nicht mehr für ein größeres Projekt reichen, bewahre ich auf. Irgendwann kommt die Gelegenheit, wo sie verwerkelt werden können. Zum Beispiel, um das Nähzimmer mit Helfern zu bestücken. 
Meinen Saumumbügler habe ich hier schon mal gezeigt. 

9. Juni 2020

Standfestes Utensilo nähen





Lange habe ich den Stoffrest gehütet. Ich wusste nie so recht was daraus noch werden könnte. Bis unsere Sammlung des Accessoires des Jahres, die Mund- und Nasenmasken, immer größer wurde. Die mussten griffbereit verstaut werden, ohne den Eingangsbereich optisch zu beherrschen. Sie werden jetzt, statt überall rum zu liegen und zu baumeln, im Stoffutensilo aufbewahrt.

Stand bekommt das Utensilo durch eine Einlage aus Soft & Stable, einem dünnen, kaschierten Schaumstoff, den ich auch gerne für Taschen verwende. 

18. Februar 2020

Nadelkissen, die keine Nadeln mehr verschlucken




Was wäre ein Nähplatz ohne Nadelkissen! 


Ich besitze mehrere - für jede Nadelart, im Wohnzimmer, im Nähzimmer, auf dem Tisch liegend, an die Nähmaschine gepappt. 
Diese Kürbis-Nadelkissen, die es bestimmt in etlichen Nähzimmern gibt, sind in der Überzahl. Sie sind einfach zu nähen - kein komplizierter Schnitt, nichts wird gepatchworked, und Stoffreste und alte Knöpfe kommen weg. 

Eine fiese Eigenschaft haben sie aber mit anderen Nadelkissen gemeinsam. Sie fressen Nadeln. Stecknadeln rutschen immer weiter durch, bis oben nur noch das bunte Köpfchen rausguckt und unten die Nadelspitzen im schlimmsten Fall den Tisch verkratzen. Nähnadeln verschwinden gleich komplett im Nadelkissen. Ich wusste nie, wie ich Abhilfe schaffen kann. Bis jetzt. 

12. September 2019

Alltag


Heute ist der 12. und man trifft sich wieder traditionell bei Frau Kännchen, um über Alltagsdinge zu plaudern. 

Dieser Strauß war letzte Woche noch ein Großer. Das bisschen, das  zu schade für die Tonne war,  reicht nur noch für ein kleines Milchkännchen. Aber Minimalismus ist ja im Moment sowieso Trend. 




Ein spätes Frühstück mit ein bisschen Acrylamid. Friss-dich-dumm-Brot (heißt wirklich so), ein Brot das immer gelingt. Ich Depp habe nur vergessen den Ofen richtig einzustellen. Deshalb musste ich mit der Zeit jonglieren. Es ist jetzt ein bisschen dunkel gebacken, schmeckt aber trotzdem. 




Und weil der Ofen einmal warm war, noch schnell Müsliriegel fürs glutenintolerante Kind hinterher geschoben. Sieht aus wie Vogelfutter, ist aber richtig lecker. Ein bisschen habe ich schon probiert, ähem, also knapp die Hälfte. Gott sei Dank hat die Jeans einen Elastan-Anteil. Damit das Kind auch noch was abkriegt, das Ganze also nochmal.




Müsliriegel selber machen geht wirklich schnell. 

Nüsse, Körner, Haferflocken, Honig und Trockenobst nach Gusto.
Etwas Wasser für die Feuchtigkeit.
Eiweiß zum Binden. 
Die Masse in eine leicht gefettete Auflaufform drücken und dann 20 Minuten in den Backofen.

Schon mal alles raus gestellt, was für die Tochter bestimmt ist. Ist das bei euch auch so? Das Kind kommt mit einem Täschchen an und fährt mit einem Koffer wieder nach Hause. 





Der Regenschirm wird wohl demnächst bei vielen Ausflügen dabei sein. Aber wohin mit dem nassen Ding, wenn das Gepladder von oben aufhört? Am besten wieder in die Tasche packen. Aber triefnass? Aus einem Rest beschichteten Stoff hab ich eine wasserdichte Hülle genäht. Geht ruckizucki und lässt sich nebenher erledigen.




Im Eifer des Gefechts die Pötte verwechselt. Mich wundert, dass das nicht schon öfter passiert ist. Immerhin passt die Stoffklammer farblich zur Tasse.



Meine Sammlung für Geschenkverpackungen wächst. In drei Monaten ist es schließlich schon wieder soweit. Kann das sein? Nur noch drei Monate bis Weihnachten? Mir sind noch gar keine Lebkuchen und Spekulatius immer Supermarkt begegnet. Nu müssen die sich aber ranhalten. Oder habe ich den ganzen Kram bloß übersehen?




Den Kaninchen noch was Leckeres bringen. Gut, sie es druff geschrieben haben. Da wär ich ja im Leben nicht drauf gekommen!




Weil gerade die Sonne so schön rauskommt, ernte ich die ersten Äpfel in diesem Jahr und kümmer ich mich noch ein bisschen um den Garten. Ich wünsche euch einen schönen Abend.









Jetzt habe ich Schussel den Beitrag des letzten Monats bei Caro verlinkt und weiß nicht, wie man das rückgängig machen kann. Wundert euch also nicht, wenn ich heute zweimal vertreten bin.

30. Januar 2018

Nachhaltig ist cooler als ex und hopp




Handtücher mit Stoffstreifen umnähen - warum macht man das? Weil man es gerne individuell mag und dann Handtücher hat, die es so garantiert nicht nochmal gibt. Oder weil das Kind ein bisschen verpeilt ist und nach dem Schwimmunterricht seine Sachen gerne  liegen lässt oder gar fremde Sachen mit nach Hause bringt. Solch ein gepimptes Handtuch springt auch dem größten Träumer ins Auge und er erkennt es als sein eigenes. Mein Sohn hatte doch tatsächlich mal eine fremde Mädchenunterhose in seinem Schwimmbeutel. Man hätte sich was dabei denken können, aber er war damals erst acht Jahre alt. Ich habe trotzdem gerätselt, wie er da dran gekommen ist. Mädchen und Jungen ziehen sich schließlich getrennt um. 

Oder man schneidet liebevoll akkurate Streifen und klöppelt sie an Handtücher, weil man schlichtweg Langeweile hat und nicht weiß, was man den lieben langen Tag machen soll.
Ich habe es gemacht, weil das ein oder andere Handtuch sichtbar in die Jahre gekommen und die Kanten nach Tausenden von Wäschen ausgefranst waren. Die kaputten Ränder waren aber das einzige Manko. Ansonsten waren sie noch top. Kein bisschen dünn und fadenscheinig. Zum Wegschmeißen waren sie mir entschieden zu schade. 


Die alten Ränder habe ich abgeschnitten. Dann sind die Kanten nicht so dick und es arbeitet sich leichter. Die zugeschnittenen Stoffstreifen waren bei mir 6 cm bzw. 8 cm breit. Ich habe sie erst doppelt gelegt und umgebügelt und dann jede Seite nochmal zur mittigen Bügelfalte geklappt und gebügelt. Da ich mich am Muster orientieren konnte, ging das fix. Die so vorbereitetem Streifen habe ich um die Handtücher gelegt und festgenäht. 







Und zack - Ressourcen geschont, Geld gespart und Stoffreste abgebaut.





Und ab damit zu CreadienstagEiNaBStoffrestepartyfix itZitronenfalterin

9. Januar 2018

Kuschelkissen, Seelentröster, Reisebegleiter, Heimwehvertreiber



Den ganzen letzten Sommer über habe ich die Nähmaschine kaum eines Blickes gewürdigt, geschweige denn, mich dran gesetzt. Ganz selten habe ich mal was genäht. Ging einfach nicht. Ich hatte immer das Gefühl, draußen was zu verpassen und habe so viel Zeit wie möglich im Garten verbracht. Aber jetzt ist das Wetter so richtig besch..., die Gartenarbeit ruht. Jetzt sind wir wieder Freunde - die Nähmaschine und ich. Jetzt rattert sie wieder. Als bekennende Nachteule sitze ich oft auch noch nach Mitternacht im Nähzimmer.

Was ungenutzte Besitztümer betrifft, bin ich eher der Typ "brauch ich schon lange nicht mehr, mochte ich noch nie leiden, kann weg". Nur bei Stoffresten, da ist das ganz anders. Da kommt so schnell nix weg. Reststücke werden akribisch gesammelt und sortiert. Kann man ja vielleicht noch mal gebrauchen. Zugegeben, ich sammel mehr als ich am Ende tatsächlich auch vernähe.

Aber dank meiner "Da kann man bestimmt noch was mit machen"-Einstellung konnte ich bei dem Kinderkissen aus dem Vollen schöpfen. Deshalb sitzt im Baum eine Eule, die ich nicht aus Einzelteilen zusammen puzzeln musste. Dann wär es wahrscheinlich auch eine Riesen-Monstereule geworden. Ich hatte es einfacher und konnte die fertige Eule aus einem Stoffstück ausschneiden. Und nur weil ich auch Restchen verwahre, ist unter den Fenstern nicht nur die kahle Hauswand. Meine Stoffsammlung hat auch noch Blumenkästen hergegeben.







Ich habe die Motive nicht mit einem Zickzack-Stich aufgenäht, sondern habe ich mich für den Geradstich entschieden. Ich finde diesen unperfekten Stil, wenn die Ränder leicht ausfransen, recht charmant. Die kleine Eule wäre unter dem Gezackel auch gar nicht zur Geltung gekommen. Damit die Applikationen dauerhaft gut halten, habe ich sie 3 bis 4 mal umrundet. 
Mit einem fix und fertig bedruckten Stoff ist ein Kissen natürlich um ein vielfaches schneller genäht. Macht aber auch nur halb so viel Spaß. Nur schade, dass der Platz auf dem Kissen so begrenzt ist. Ich hätte Material, um eine halbe Stadt mit Leben zu füllen.





Auch zu sehen bei CreadienstagWir machen klar SchiffStoffrestepartyKissenparty                                               

16. Oktober 2017

Kleine Geschenke, die nicht viel kosten

Bald geht die Jagd nach den Geschenken wieder los. Lebkuchen und andere weihnachtliche Leckereien gibt es ja traditionell schon nach den Sommerferien zu kaufen. Mittlerweile locken auch schon die Gartenmärkte mit Weihnachtsausstellungen im Lichterglanz. Ich finde das jammerschade. Der Herbst zeigt sich gerade von seiner allerschönsten Seite. Durch den verfrühten Weihnachtsdusel hat man das Gefühl, dass er überhaupt nicht richtig zur Kenntnis genommen und genossen wird.

Aber mit der Besorgung von Geschenken kann man gar nicht früh genug anfangen. Im Idealfall hält man die Ohren offen und besorgt sie rund ums Jahr. Das nimmt der Adventszeit ungemein viel Stress. Erst recht, wenn man seine Gaben selbst herstellen will. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich das selber beherzige :)

Für Adventskalender oder zum Wichteln sollen es keine großen, teuren Sachen sein, sondern nur nette Kleinigkeiten. Für diesen Zweck habe ich schon mal ein bisschen vorgearbeitet und damit gleichzeitig meine Stoffreste abgebaut. Entstanden sind kleine Täschchen, die man auch am Schlüsselbund befestigen kann.

Das Kind soll künftig Taschengeld bekommen? Dann braucht es selbstverständlich ein Portemonnaie.








Hier passen der Chip für den Einkaufswagen und ein paar Münzen für den Parkautomat rein.



Diese Täschchen sind etwas größer und bieten auch Platz für einen zusammengefalteten Geldschein. 



Darf ich vorstellen - Madame la Bouche und Monsieur le Moustache. Monsieur ist leider ziemlich schwach auf der Brust und ich fürchte, seine Tage sind gezählt. Der Schnitt ist mir ein wenig zu klein geraten und der Stoff für diesen Zweck eindeutig zu dick. Die Ecken und Rundungen kämen mit dünnerem Material wesentlich schöner zur Geltung. Gut, einen Schnäuzer mit gezwirbelten Enden kann man mit dünnem Stoff bestimmt auch nicht nähen. Aber zumindest einen, der auch als Schnäuzer erkennbar ist.
Mit einem attraktiveren Monsieur le Moustache könnten die beiden auch als Give-away bei einer Feier eine gute Figur machen. Wenn die Gäsetliste lang ist, artet die Herstellung allerdings in Arbeit aus.





Die Täschchen sind mit Vlieseline verstärkt. Die Mäuschen sind ein bisschen fummelig. Der Rest ist schnell genäht.


19. September 2017

Der frühe Vogel braucht Kaffee




Morgens früh um - ach, keine Ahnung. Mein verschlafenes Hirn kann die Information doch sowieso noch gar nicht verarbeiten. Ich quäle mich aus dem Bett. Warum ist das morgens immer soooo viel gemütlicher als abends? Den Weg durchs Schlafzimmer bewältige ich im Dunkeln. Aber auf der Treppe knipse ich doch lieber das Licht an. Hilft Unfälle zu vermeiden. Boah, ist das ekelhaft hell! Ich tapse weiter Richtung Kaffeemaschine. 

Der Kaffeeautomat heizt auf. Wassertank voll genug? Check. Genug Kaffeebohnen im Behälter? Nein. Also nachfüllen. Klappt, ohne dass nennenswerte Mengen daneben fallen. Im Unterbewusstsein registriere ich, dass jetzt kaum noch Bohnen in der Packung sind. "Alexa, schetsche Gaffee auwe Eingauwschlisschte." Alexa punktet mit Inkompetenz. "Entschuldigung, ich weiß nicht wie ich dir helfen kann." Wozu hat man eigentlich solchen Schnickschnack, wenn er dann doch nicht funktioniert! Ach stimmt ja, die Dame braucht klare und deutliche Ansagen. Warum eigentlich? Ist doch Alexa und nicht Alex. Dann eben nicht. Unfallfreie Sätze bringe ich noch nicht raus. Hoffentlich denke ich nachher dran Kaffee einzukaufen.

Ein paar Tropfen Milch in die Tasse und dann ab mit dem Kübel unter den Kaffeeauslauf. Durchschnaufen, das schwarze Lebenselexier rinnt in die Tasse. So, und jetzt komm mir bitte noch keiner mit irgendwelchen Problemen, Banalitäten, was auch immer. Mein Motor ist noch nicht hochgefahren. 

Erster Schluck Kaffee. Mein Handy meldet eine WhatsApp-Nachricht. Bitte, bitte keine Hiobsbotschaft am frühen Morgen! Mein Adrenalinpegel steigt. Argwöhnisch öffne ich die Nachricht: "Müsste Klo-Brille nicht streng genommen Klo-Monokel heißen?" Du Spaßvogel! Ich lache, wenn ich richtig wach bin. Jetzt reicht's nur für ein Augenrollen.

Ich verziehe mit mit Kaffee und Zeitung ins Wohnzimmer. Damit dem Tisch nix passiert, stelle ich die Tasse vorsichtshalber auf einen Untersetzer. Eigenhändig zusammengeklöppelt. Das frische Grün des Untersetzers will nicht mehr so recht zum Herbstwetter passen. Ich muss bald mal meine Stoffreste durchforsten, ob sich was Herbstlicheres findet. 
Nach dem zweiten Pott Kaffee kann ich einigermaßen klar denken. Ich glaube, der Tag und ich - wir werden Freunde.







Damit Hitze dem Holz des Tisches nicht schadet, haben die Untersetzer eine isolierende Einlage aus Thermolam. Das sorgt zudem für eine schönere Haptik und Optik. Die Blattadern entstehen durch mehrmaliges hin und her nähen.

Habe ich doch glatt das Produkt eines Versandriesen erwähnt.
Falls sich jemand daran stört: Dieser Post enthält Werbung.

Verlinkt zu CreadienstagKarminrotWir machen klar SchiffStoffrestepartysoulsister meets friends

12. September 2017

Kleine Stoffhüllen und schon hat man Übersicht in der Nadelsammlung





Wer gerne und viel näht, verarbeitet nicht immer nur leicht zu nähende Baumwollstoffe. Der wagt sich irgendwann auch an Stretch, feine, dünne Blusenstoffe und vielleicht sogar Leder. Unterschiedliche Stoffe erfordern unterschiedliche Nähmaschinennadeln und so legt man sich nach und nach eine kleine Nadelsammlung an.

Meine Sammlung ist zwar ordentlich in der Schublade sortiert. Aber trotzdem musste ich immer alle Nadelpackungen durchgrabbeln, bis ich die passende Nadel in den Fingern hatte. Dauert zwar keine Ewigkeit. Aber mich hat es genervt. Wenn gerade eine Nadel abgebrochen ist, es sowieso nicht so fluppt wie es soll, erst recht.
Deshalb habe ich den Schachteln Hüllen aus der jeweiligen Stoffart verpasst. Jetzt stecken Jeansnadeln in einer Hülle aus Jeansstoff, dünne Nadeln für feinere Stoffe in fluddeligem Blusenstoff usw. So sehe ich auf einen Blick wo welche Nadel ist. Ich könnte auch ohne hinzusehen die richtige Nadel ertasten. 
Das ist ratz fatz genäht und man braucht nur minikleine Stoffreste. 







5. September 2017

Wiederverwendbare Bienenwachstücher statt Frischhaltefolie




Nachhaltigkeit und Müllvermeidung ist aktuell in aller Munde. Müll komplett zu vermeiden, gelingt mir bei weitem noch nicht. Aber ich befasse mich schon eine ganze Weile mit dem Thema und bemühe mich Schritt für Schritt Müll zumindest zu reduzieren. So kommen beispielsweise die dünnen Flattertüten von der Obst- und Gemüsetheke nicht mehr unser Haus. Statt dessen nutze ich selbst genähte Stoffbeutel

Auch Frischhaltefolie kommt bei mir so wenig wie möglich zum Einsatz. Schüsseln werden gewöhnlich mit einem Teller abgedeckt. Für manche Gefäße sind aber selbst Untertassen noch zu groß und ich warte immer drauf, dass irgendein Schussel - ich zähle mich durchaus dazu - sie runterfegt. Und eine Auflaufform oder gar ein Backblech deckt auch mein größter Teller nicht ab. Dafür habe ich in der Vergangenheit Frischhaltefolie genommen.


Aber auch hierfür gibt es eine umweltfreundliche Alternative - Bienenwachstücher. Diese Tücher sind wiederverwendbar und Bienenwachs besitzt sogar antibakterielle Eigenschaften. 
Mit diesen Tüchern liebäugel ich schon länger. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen fertig zu kaufen. Aber sie sind schweineteuer. 
Man kann eine Menge Geld sparen, wenn man sie selber herstellt. Selbst wenn man dafür extra Stoff kaufen muss, kommt man noch deutlich günstiger weg.
Im ARD-Buffet habe ich neulich eine Anleitung gesehen, wie die Tücher hergestellt werden. Kein Hexenwerk. Das war für mich der Anstoß, es auch mal zu probieren. 

Meine Stoffreste sind nur alle zu klein, um größere Wachstücher herzustellen. Aber wer sagt denn, dass die Tücher aus einem Stück bestehen müssen? Einfach kleinere Stoffstücke aneinander nähen. Dann je nach Wunsch alle Seiten gerade abschneiden oder für ein rundes Tuch einen Kreis ausschneiden, und schon hat man ein großes Wachstuch für kleines Geld.






Für die Bienenwachstücher braucht man:

- ein Stück gewaschenen Baumwollstoff 
- Bienenwachspellets
- neutrales Speiseöl (bei mir Rapsöl)
- Back- oder Pergamentpapier
- ein Bügeleisen
- eine leere Konservendose
- einen Kochtopf

Wachs und Öl im Verhältnis 4:1 (4 Teile Wachs, 1 Teil Öl) in eine Konservendose geben und im Wasserbad schmelzen. 
Öl wurde bei der Demonstration im Fernsehen nicht dazu gegeben. Das habe ich gegoogelt. Das Öl sorgt dafür, dass die Tücher geschmeidiger sind.
Den Stoff auf ein ausreichend großes Stück Backpapier legen und mit einem sauberen Pinsel das flüssige Wachs auftragen. Zügig arbeiten. Das Wachs wird beim Auftragen schnell wieder fest.
Eine zweite Lage Backpapier drüber legen und auf höchster Einstellung bügeln. Durch die Hitze verteilt sich das Wachs gleichmäßig und verbindet sich mit dem Stoff.

Bei der Vorführung im ARD-Buffet wurde das Wachs großzügig auf den Stoff gepinselt, auch über den Stoffrand hinaus. Genauso habe ich es nachgemacht und kann das so nicht empfehlen. Das ist entschieden zu viel des Guten. Das Wachs hat sich beim Bügeln weit über den Stoffrand hinaus ausgebreitet und ist fast unter dem Backpapier raus geflossen. Wenn es dumm läuft, versaut man sich so Bügelbrett und Bügeleisen. Oder man muss ein unnötig großes Stück Backpapier verwenden.

Es reicht vollkommen aus, das Wachs etwas sparsamer aufzutragen und gut einen Zentimeter vor dem Stoffrand zu stoppen. Wenn später Stellen nicht ausreichend bewachst sind, lieber nacharbeiten.



Große Tücher passen schlecht aufs Bügelbrett. Die bügelt man am besten auf dem Tisch. Natürlich mit entsprechender Unterlage.
Da ich sowieso gestückelt habe, habe ich beim nächsten Versuch zuerst die einzelnen, kleinen Stücke bewachst und dann zusammengenäht. Die Wachstücher lassen sich ganz wunderbar vernähen. Ich empfehle aber, danach Nadel und Nähfüßchen feucht abzuwischen. Sonst näht man sich die Wachsrückstände u. U. auf den nächsten Stoff.

Auch zum Einwickeln für Pausenbrote, Käse, Wurstreste sind die Tücher hervorragend geeignet.




Ich habe für 500 g Wachs 9,99 € bezahlt. Für ein 40 x 40 cm großes Tuch habe ich 20 g Wachs geschmolzen. Diese Menge habe ich dafür aber nicht ganz verbraucht. Das Wachs für dieses Tuch hat mich also noch nicht mal 40 Cent gekostet.

Um die Wachschicht nicht zu beschädigen, die Tücher nur feucht abwischen oder lauwarm spülen. Sie eignen sich nicht für rohes Fleisch und rohen Fisch. Was damit in Berührung kommt, muss heisser gespült werden. Bilden sich im Laufe der Zeit brüchige, schadhafte Stellen, einfach zwischen zwei Lagen Backpapier noch einmal bügeln, und sie sind wieder wie neu.

Die Tücher lassen sich durch die Wärme der Hand gut um die Schüssel formen, bleiben aber nicht, wie Frischhaltefolie, am Gefäß kleben. Man könnte sie zusätzlich mit einem Gummiband fixieren oder die Größe so wählen, dass man sie bis unter den Schüsselboden legen kann.




Verlinkt zu CreadienstagEiNaB