9. Juni 2017

Gärtnern ohne Gift und Chemie - und siehe da, die Natur hilft sich selbst





Letzte Woche habe ich an unserem Hibiskus dicke Lauskolonien entdeckt!!! So richtig viele. An fast jedem Zweig klebten die Viecher.  




Die chemische Keule kommt bei mir im Garten nicht zum Einsatz. Dass ich auf sanfte und umweltverträgliche Mittel bei Pflanzenschädlingen und Blattkrankheiten setze, habe ich schon mal geschrieben. Blattläuse streife ich einfach mit den Fingern ab. Ja, das ist ein bisschen eklig. Wollte ich auch dieses Mal machen, habe aber gerade noch rechtzeitig gesehen, dass die Gartenpolizei schon da war. Eine stattliche Anzahl Marienkäfer tummelte sich auf den Blättern! Was habe ich mich gefreut! Zum einen finde ich Marienkäfer richtig schön. Zum anderen vertilgen diese kleinen Krabbeltiere Unmengen von Blattläusen. Und meine Käferchen haben ganze Arbeit geleistet. Als ich am nächsten Morgen den Strauch kontrolliert habe, war keine einzige Blattlaus mehr zu sehen.




Ich wünsche mir, dass jeder Gartenbesitzer auf chemische Mittel verzichtet. Insektengifte bekämpfen nicht nur die Schädlinge. Fressfeinde von Blattläusen und Schnecken nehmen das Gift zwangsläufig ebenso zu sich und verenden.

Man kann mit einfachen Mitteln so viel tun, damit sich nützliche Gartenbewohner wohl fühlen. In Gärten, wo hinter akkurat gestochenen Rasenkanten nur grüne Strächer wachsen, werden sich aber kaum Nützlinge ansiedeln. Wo nichts blüht, sich kein noch so kleines Unkraut aus der Erde wagt, finden Bienen, Hummeln und Schmetterlinge keinen Nektar.
Wenn im Herbst alles Abgeblühte weggeschnitten und entsorgt und der Garten genauso aufgeräumt wird wie das Wohnzimmer, finden Käfer oder Igel keinen geschützten Unterschlupf. Für mich hat so ein Garten auch einfach keinen Charme. Ich liebe es bunt und durchaus auch ein bisschen kruschtelig.

Im Winter hält man sich sowieso nicht im Garten auf. Da stört es doch auch nicht, wenn Abgestorbenes stehen bleibt und in irgendeiner Ecke Laub- und Reisighaufen liegen. Gartenbewohnern hilft es ungemein. Sie können sich darin verkriechen, sind vor Kälte und Nässe geschützt und kommen unbeschadet durch den Winter.

Verlinkt bei Ein Fachwerkhaus im GrünenKarminrotZwergstückeeinfach.nachhalt.besser.leben



Kommentare:

  1. Da bin ich ganz und gar bei Dir, liebe Christel! Auch wir gärtnern ganz natürlich. Ich wünschte auch, jeder würde so denken wie Du und ich! Herzlichst, Nicole

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  2. Liebe Christel,
    Du sprichst mir mit Deinem Post voll und ganz aus dem Herzen. Ich mag auch überhaupt keine Chemie im Garten, ich würde mich dann nicht mehr wohl fühlen.
    Alles Laub von den Bäumen kehren wir auf einen Haufen und da bleibt es liegen, wir haben auch viel Totholz im Garten, ich finde das auch sehr dekorativ.
    Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  3. I don't use chemicals either. Happy weekend.

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  4. Das Orangerote Habichtskraut darf zusammen mit Brennesseln, Gundermann, Giersch usw. auch bei uns in einer größeren Ecke stehen bleiben, damit es auch morgen noch Schmetterlinge gibt. Chemie ist natürlich tabu.

    Liebe Grüße
    Arti

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    1. Habichtskraut ist es also. Danke für die Nachhilfe.
      LG Christel

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  5. Ach da bereut man es umso mehr, dass ich zwar auf's Land gezogen bin,
    aber keinen Garten habe.
    Finde deine Einstellung, deinen garten ohne Chemie zu führen, super!
    Toll sieht es bei dir aus.

    alles Liebe deine Amely Rose schau dir gerne meinen London Vlog an

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  6. Hallo,
    bei mir kommt auch keine Chemie in den Garten. Ein bißchen Wildwuchs hat noch keinem geschadet und es tummeln sich so viele Nützlinge darin. Ich habe erst gestern eine Eidechse in einem Strauch mitten in meiner Blumenwiese entdeckt. In der Steinmauer kenne ich sie ja, aber einfach im Strauch? Fand ich super! Mach weiter so! Die Natur dankt es dir!

    LG Birgit

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  7. Sehr schön, dass du zeigst, dass es nicht immer die Chemie-Keule sein muss. Ich kann das nur bestätigen :)

    Lieben Gruß
    Sarah

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  8. Hallo!

    Wow, da waren Deine Marienkäferchen wirklich fleißig. Ich könnte die auch gebrauchen, mein Liebstöckl hat Läuse! Dass es so was gibt. Und der Kürbis auch. Seltsam, oder?

    Es war zu feucht eine zeitlang bei uns.

    Die Kürbisblätter habe wir mit Kastanienauszug besprüht, das hat sehr gut geholfen.

    lg
    Maria

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    1. Gar nicht seltsam - Liebstöckel ist extrem beliebt bei Läusen...

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  9. Bei mir im Garten kommt gerade an jedem Eck Kamille (letztes Jahr für Tee gesät, und es hat sich wohl selber wieder ausgesät). Jedenfalls hab ich es natürlich auch zwischen Salat etc. stehen lassen und siehe da: die Läuse gehen viel lieber auf die Kamille als auf den Salat *tschakka* Deshalb auch hier eine Stimme für einen unaufgeräumten Garten :-)

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  10. Liebe Christel, ich freue mich immer, wenn ich sehe, wie andere auch natürlich gärtnern! Bei uns lesen momentan auch die Meisen noch gerne die Blattläuse ab. Liebe Grüsse, Miuh

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  11. Liebe Christel,
    wie schön, dass es noch genug Leute gibt, die ebenfalls ohne Chemie gärntern. Während unsere Nachbarn alles mit "Roundup" vernichten, hilft sich unser Garten selbst...so wie du beschrieben hast, kommen nach kurzer Zeit nach einem Befall die natürlichen Fressfeinde...Unser Hibiskus war von Blattläusen befallen und zeitgleich schlüpfte eine ganze Kolonnie von Marienkäfern...das war ein so schönes Bild....manchmal kann man auch mit Homöopathie nachhelfen- da gibt es ein ganz tolles Buch von Christiane Maute; ich hoffe so sehr, dass die Chemiekeule irgendwann einmal der Vergangenheit angehört!!1
    Liebe Grüße

    Jeanne

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